LOOPHOLE and DECADENCE Jordan Strafer The show opened simultaneously with "celebratory" by Sven Gex
Eröffnung: Sonntag, 19. Oktober 2025, 18–21 Uhr
Geöffnet: 19. Oktober – 02. November 2025
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Jordan Strafer, DECADENCE, 2024, 16:9, 20’ 25’’
Jordan Strafer, LOOPHOLE, 2023, 16:9, 24’ 39’’
Jordan Strafer, LOOPHOLE, 2023, 16:9, 24’ 39’’
Jordan Strafer, LOOPHOLE, 2023, 16:9, 24’ 39’’
Jordan Strafer, LOOPHOLE, 2023, 16:9, 24’ 39’’
Jordan Strafer, LOOPHOLE, 2023, 16:9, 24’ 39’’
Jordan Strafer, DECADENCE, 2024, 16:9, 20’ 25’’
Jordan Strafer, DECADENCE, 2024, 16:9, 20’ 25’’
Jordan Strafer, LOOPHOLE and DECADENCE, 2025, Halmet, Zurich
LOOPHOLE, 2023
16:9, 24’ 39’’
In LOOPHOLE (2023) rückt die Affäre zwischen dem Verteidiger Ray und der Geschworenen Lisa in den Mittelpunkt, die sich im Gerichtssaal anbahnt. Zwischen manipulativen Kreuzverhören mit der Zeugin Sarah und dem vermeintlichen Opfer Holly wird diese zum titelgebenden Schlupfloch (engl.: loophole), das die Glaubwürdigkeit des Prozesses infrage stellt. Strafer vermischt romantische Szenen mit den strengen Vernehmungen im Gerichtsaal und erzeugt mittels künstlich rhythmisierter Dialoge, starrer Blicke und Nahaufnahmen eine Atmosphäre die zugleich intim und bedrohlich wirkt. Requisiten, Maske und Kostüm werden teils als überzogene Stilmittel eingesetzt, teils als direkte Referenzen zum realen Fall. Zu Letzteren gehören etwa der blaue Rockanzug der Figur The Pen, dem Outfit von Strafers Mutter nachempfunden, oder das Stück Toilettenpapier auf einer Schnittwunde am Hals des Angeklagten. So bewegt sich Strafer zwar an der Realität entlang, aber lenkt die Wahrnehmung des Publikums gezielt auf das Groteske und Spekulative. Nicht zuletzt kommentiert sie auch die Bildpolitik von öffentlich übertragenen Verfahren: Einige Figuren werden durch Unschärfen scheinbar geschützt, während andere den Zeugenstand regelrecht als Bühne zur performativen Selbstdarstellung nutzen.
DECADENCE, 2024
16:9, 20’ 25’’
DECADENCE (2024) spielt auf dem Anwesen der Kennedys in Palm Beach, nach Freispruch des Angeklagten, und verknüpft die ausgelassene Feier nach dem gewonnenen Prozess mit einer Rückblende auf die Nacht der mutmaßlichen Vergewaltigung am selben Ort. Trotz der triumphierenden Rede von Ray zu Beginn und der ausufernden Party im Anschluss bleibt die Atmosphäre unbehaglich. Wieder kombiniert Strafer das Cinematische mit Reality-TV-typischen Sequenzen: Leuchtende Farben, langsame Kamera- zooms, Slowmotion und Close-ups zitieren Hollywood-Thriller, während amateurhaft wirkende Aufnahmen und angedeutete Fernsehklischees die Spannung unterbrechen. Sowohl der Darstellung der weiblichen Charaktere wie The Pen oder Lisa als auch den Dialogen unter Männern wohnt ein beiläufiger Sexismus inne, der die patriarchalen Strukturen offenbart, die dem Fall zugrunde liegen. Die Anwesenheit der Geschworenen Lisa und anderer am Prozess involvierten Parteien lässt zudem erneut am Urteil zweifeln und betont die Unantastbarkeit der Reichen und Privilegierten.
Texte aus dem Begleitheft von Jordan Strafers aktueller Ausstellung DISSONANCE (bis 13.12.2025) bei Fluentum, Berlin.
Fotos von Tereza Glazova
Mit der grosszügigen Unterstützung von Kanton Zürich Fachstelle Kultur, Stadt Zürich Kultur
- Jordan Strafer, *1990, lebt und arbeitet in New York und Athen